{"id":2323,"date":"2017-02-14T19:32:09","date_gmt":"2017-02-14T19:32:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturforum-mwest.de\/K\/?p=2323"},"modified":"2017-03-30T14:21:06","modified_gmt":"2017-03-30T14:21:06","slug":"wissenschaftsreihe-prof-lessenich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/kulturforum-mwest.de\/1.0\/K\/wissenschaftsreihe-prof-lessenich\/","title":{"rendered":"Wissenschaftsreihe: Prof. Lessenich"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-2324 alignleft\" src=\"https:\/\/www.kulturforum-mwest.de\/1.0\/K\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1270214-Lessenich-120.jpg\" alt=\"1270214-lessenich-120\" width=\"120\" height=\"120\" \/>Dienstag, 14. Februar 2017 um 19 Uhr Pasinger Fabrik, Studio 1 <strong>Wissenschaftsreihe<\/strong>: Der Soziologe Prof. Stephan Lessenich stellt seine Forschung vor unter dem Titel &#8222;<strong>Neben uns die Sintflut: Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis.<\/strong>&#8220; In Kooperation mit der Pasinger Fabrik. Anmeldung: <a href=\"mailto:kulturforum.muenchen-west@web.de\">kulturforum.muenchen-west@web.de<\/a>. Eintritt 8 Euro, Mitglieder 5, Sch\u00fcler und Studenten frei.<\/p>\n<h2><!--more-->Neben uns die Sintflut: Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis<\/h2>\n<p>Von ihren Anf\u00e4ngen an beruhte die sozio\u00f6konomische Entwicklungsstrategie der modernen Industriegesellschaft auf dem Prinzip des Fortschritts zu Lasten anderer. Das Erfolgsrezept hei\u00dft Externalisierung: Ausbeutung fremder Ressourcen, Abw\u00e4lzung von Kosten auf Au\u00dfenstehende, Aneignung der Gewinne im Innern. Das ist die Logik, nach der das kapitalistische Weltsystem funktioniert. Doch diese Logik ist kein Selbstl\u00e4ufer \u2013 und ihre sozialen Tr\u00e4ger sind nicht allein Gro\u00dfkonzerne und Staatslenker. Getragen wird sie auch von dem stillen Einvernehmen und der aktiven Beteiligung gro\u00dfer gesellschaftlicher Mehrheiten. Wir leben in Externalisierungsgesellschaften \u2013 und wir leben gut damit. Weil andere die Kosten tragen.<\/p>\n<p>Das Wissen darum ist nur schwer auszuhalten. Deswegen klammert man sich hierzulande gerne an die Utopie eines durch wirtschaftliches Wachstum erzeugten, globalen \u201eFahrstuhleffekts\u201c: einer Besserstellung der Armen dieser Welt, ohne dass dadurch der Reichtum der Wohlstandsgesellschaften in Frage gestellt werden m\u00fcsste. Oder an die Illusion eines \u201egr\u00fcnen\u201c Kapitalismus, der Wachstum angeblich vom Ressourcenverbrauch entkoppeln und unsere kollektive Lebensweise mit den stofflichen Belastbarkeitsgrenzen des Planeten Erde vers\u00f6hnen k\u00f6nne. Wie verlockend diese Zukunftsvisionen auch klingen m\u00f6gen: Sie sind nichts anderes als Selbstbetrug.<\/p>\n<p>Und viele Menschen in den kapitalistischen Wohlstandszentren sp\u00fcren das auch. Sie ahnen, dass es mit dem guten Leben auf Kosten anderer so nicht wird weitergehen k\u00f6nnen: mit dem m\u00e4rchenhaften Reichtum der Wenigen und den existenziellen Lebensn\u00f6ten der Vielen; mit hemmungslosem Ressourcenverbrauch in einem Teil der Welt und den zerst\u00f6rerischen Konsequenzen auf dem Rest des Globus; mit der allt\u00e4glich zur Schau gestellten Sorglosigkeit in den oberen und der permanenten Sorge ums \u00dcberleben in den unteren Etagen der Weltsozialhierarchie.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2325\" aria-describedby=\"caption-attachment-2325\" style=\"width: 599px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-2325 size-full\" src=\"https:\/\/www.kulturforum-mwest.de\/1.0\/K\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1270214-Lessenich.jpg\" alt=\"1270214-lessenich\" width=\"599\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/kulturforum-mwest.de\/1.0\/K\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1270214-Lessenich.jpg 599w, https:\/\/kulturforum-mwest.de\/1.0\/K\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/1270214-Lessenich-200x300.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 599px) 100vw, 599px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2325\" class=\"wp-caption-text\">Der Soziologe Professor Stephan Lessenich, Foto privat<\/figcaption><\/figure>\n<p>Stephan Lessenich, 1965 in Stuttgart geboren, lehrt am Institut f\u00fcr Soziologie der LMU M\u00fcnchen und ist Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Soziologie.<\/p>\n<p>Neueste Publikationen<\/p>\n<ul>\n<li>Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis, M\u00fcnchen: Hanser Berlin, 2016.<\/li>\n<li>Claus Offe&#8217;s Critical Theory of the Capitalist State, New York: Routledge, 2016 [mit Jens Borchert].<\/li>\n<li>Charles Wright Mills, Soziologische Phantasie, Wiesbaden: Springer VS, 2016 [Herausgeber].<\/li>\n<li>Sociology, Capitalism, Critique, London\/New York: Verso, 2015 [mit Klaus D\u00f6rre und Hartmut Rosa].<br \/>\nauf Deutsch: Soziologie, Kapitalismus, Kritik, Suhrkamp Frankfurt\/M 2009 [mit Klaus D\u00f6rre und Hartmut Rosa].<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dienstag, 14. Februar 2017 um 19 Uhr Pasinger Fabrik, Studio 1 Wissenschaftsreihe: Der Soziologe Prof. Stephan Lessenich stellt seine Forschung vor unter dem Titel &#8222;Neben uns die Sintflut: Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis.&#8220; In Kooperation mit der Pasinger Fabrik. 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