Das KULTURFORUM MÜNCHEN-WEST fördert Kreativität sowie Verständnis für Kunst und gesellschaftliche Fragen und unterstützt die Integration verschiedener Kulturen.
Sein Ziel ist die aktive Förderung und Pflege der Künste, Stadtteilkultur und Stadtentwicklung im Münchner Westen.
Das KULTURFORUM MÜNCHEN-WEST ist überparteilich und gemeinnützig. Die Mitglieder des Vorstands sind ehrenamtlich tätig.
Der Verein organisiert Ausstellungen, Konzerte, Vorträge, Lesungen, Diskussionen und andere Veranstaltungen.
Aktivitäten
Ausstellungen und Vernissagen im Pasinger Rathaus (in Kooperation mit dem Verein Kunst und Kultur im und um das Pasinger Rathaus)
Organisation der „Offenen Ateliers Pasing / Obermenzing“ zusammen mit den beteiligten Künstlern seit 2000
Podiumsdiskussionen und sonstige Veranstaltungen zu stadtteil-bezogenen und gesellschaftspolitischen Themen
Kammermusik in Münchens kleinstem Konzertsaal, dem ehemaligen Rathaussaal von Pasing, jetzt Volkshochschule, und in Pasinger Kirchen
„Kulturfrühstücke“ an verschiedenen Orten mit aktuellen Themen
„Töne im Tunnel“ oder „Töne im Terrain“ als Beitrag zur jährlichen Nacht der Umwelt
Autorenlesungen
Engagement für stadtplanerische Gestaltung im Bereich Pasing und Obermenzing
Kulturausflüge und Stadtführungen
Führungen durch Museen und private Sammlungen
Führungen in Pasing und Obermenzing Siehe auch die Broschüre DUO MENZING, hier als PDF mit 2 MB anzusehen
Interkulturelle Veranstaltungen
Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Stammtisch mit Mitgliedern, Freunden und Interessierten
Das KULTURFORM MÜNCHEN-WEST e.V. arbeitet mit lokalen Einrichtungen und Vereinen zusammen.
Mailverteiler
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im „Prinzregent Garten“ Pasing, Benedikterstraße 35
Foto: Angela Scheibe-Jaeger
Am Dienstag, 18. August wollen wir uns um 17 Uhr zum geselligen Beisammensein beim tradionellen Sommer-KulturStammtisch im Biergarten treffen. Auf regen Besuch und einen ungezwungenen Austausch freuten sich - wie jedes Jahr - die KollegInnen des Vorstands.
Wir hoffen, dass viele Alt- und Jung- Mitglieder, aber auch gerne Gäste, diese Gelegenheit des „Miteinanders“ nutzen. Es gibt kein Thema, nur gute Gespräche zum besseren Kennenlernen, Vernetzen, Ratschen, Essen und Trinken........
ACHTUNG: Dieses Jahr werden wir Plätze im „Prinzregent Garten“ reservieren. Bei schönem Wetter sind wir im Biergarten unter schattigen Kastanien, bei Regen drinnen. Es gibt fränkisch-bayerische Gerichte und „Biere von königlicher Hoheit“. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, einfach kommen! Gäste sind herzlich willkommen.
Foto: Angela Scheibe-Jaeger
Das Traditionswirtshaus mit Theatersaal und Biergarten ist nach seiner Neueröffnung letztes Jahr wieder ein beliebter Treffpunkt in diesem „Viertel mit Geschichte“. Vor mehr als 100 Jahren, als zum Ende des ersten Weltkriegs die Wohnungsnot sehr groß war, wurde 1918 die Baugenossenschaft "Garten- und Heimstättenbaugenossenschaft für Krieger und Minderbemittelte" in Pasing gegründet. 1919 begann die Bebauung mit Wohnungsbau, 1924 wurde ein Wirtschaftsgebäude mit Gaststätte errichtet, das 1929/1930 erweitert wurde. 1990 wurde der Wirtschaftsteil von der Schlossbrauerei Kaltenberg, jetzt König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg, übernommen und renoviert und die Gaststätte heißt seitdem "Prinzregent Garten". Der Name der Brauerei der „Biere von königlicher Hoheit“ rührt daher, dass die Brauerei auf das bayerische Königshaus zurückgeht und lange Zeit noch der Wittelsbacher Luitpold Prinz von Bayern die Geschäftsführung innehatte.
Verbrechen boomt – in TV-Serien, in Reportagen, in Podcasts. Gefühlt sind wir umzingelt von tödlichen Gefahren. Und gruseln uns wohlig. Aber wie war es im wirklichen Leben? Er saß mit Lügner und Betrügern an einem Tisch. Er schaute Entführern und Totschlägern ins Gesicht. Sein Ziel: Aufklärung schwerer Straftaten mit allen ihren Hintergründen. Josef Ottowitz arbeitete 40 Jahre bei der Münchner Polizei, davon rund 20 Jahre in der Morddienststelle unter anderem als Ermittler und als Leiter der Mordkommission. Zu seinen spektakulärsten Fällen zählten die Entführung von Richard Oetker 1976 und die Suche nach dem Mörder von Walter Sedlmeyr 1990. Josef Ottowitz erzählt aus seinem Berufsleben, berichtet von verschiedenen Fallkonstellationen und vom methodischen Vorgehen. Dann stellen Sie die bohrenden Fragen … Und die auch an den ehemaligen Mordermittler Helmut Eigner, der gerade ein Buch über „Cold Cases“ veröffentlicht hat und dabei sein wird
Zum Essen können Sie gerne schon früher kommen, es ist ab 18.30 Uhr reserviert. Bei schönem Wetter treffen wir uns im Garten, bei schlechtem in einer der Stuben. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich
am Sonntag, 13. September 2026, 15:00 Uhr und 16:30 Uhr
„Borst-Villen in der Marsopstraße“
Foto: Angela Scheibe-Jaeger
Dieses Jahr wollen wir uns beim Tag des offenen Denkmals mit dem Architekten Bernhard Borst beschäftigen und laden Sie herzlich zu unserem Rundgang ein. Borst (1883 - 1961) steht noch heute im Schatten von August Exter, der die beiden Villencolonien in Pasing und Obermenzing geschaffen hat. Allerdings wurde er mit seiner neuartigen Wohnsiedlung „Borstei“ bekannt, die er von 1924 – 1929 erbaut. Borst arbeitet ab 1903 als Schüler und Kollege von Exter in dessen Architekturbüro zusammen und prägt mit ihm bis 1914 die Kolonie mit ihren Bauten und deren Ausschmückung maßgeblich mit. Borst gilt als „Architekt zwischen Tradition und Moderne“ mit „Modern-historisierender Stil“ Seine Anfänge liegen also in unserer Gegend, hier hat Borst in den beiden Villencolonien als bauleitender Architekten mehrere Baustellen und ist dann auch als selbständiger Bauunternehmer „gut beschäftigt“. Hier stehen auch seine ersten „Eigenheime“.
Foto: Angela Scheibe-Jaeger
Sie werden bei unserem Rundgang entlang der Marsopstraße besonders zwei Beispiele seiner frühen Bauten kennen lernen. In dieser Straße am Würmkanal baut sich Borst 1907 selbst sein erstes Eigenheim, eine „Villa, historisierender Jugendstil“. In der Nähe liegt die „Villa Flesch“ aus dem Jahr 1910, ebenso noch stark vom Jugendstil beeinflusst, mit dem markanten Holzerker, der zu einem der Kennzeichen des Borst- Stils wird.
Wir bieten am 13. September zwei etwa einstündige Führungstermine an, um 15 Uhr und um 16.30, eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 10. September mit Angabe des gewünschten Termins.
Treffpunkt ist am Haus Marsopstraße Nr 36. Wir bitten um 5 € Teilnahmegebühr. Gäste sind herzlich willkommen.
Hinweis : Als Ergänzung wird der Architekt und Verleger Franz Schiermeier am 26. November einen Vortrag über Bernhard Borst im Ebenböckhaus halten.
Weitere Standorte ivon Borst-Häusern n Pasing/Obermenzing:
Mehrspännern in der Marschner - und Rembrandstraße
Das Ende unserer Sommerpause feiern wir mit dem jungen, vielseitigen Pianisten Mirko Kegel in der Kontrapunkt Klavierwerkstatt. Er ist 2005 in München geboren und hat im Alter von 6 Jahren mit dem Klavierspiel begonnen. Von 2020 bis 2023 war er Jungstudent an der Hochschule für Musik und Theater München, danach Student im künstlerischen Bachelorstudiengang bei Prof. Adrian Oetiker. Er hat an verschiedenen internationalen Meisterkursen und Akademien teilgenommen und zahlreiche Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben gewonnen.
Programm:
Ludwig van Beethoven, Sonate D-Dur Op. 10/3 Franz Schubert, Sonate c-Moll D 958 Alexander Skrjabin, 8 Etüden Op. 42
Eintritt: € 28; ermäßigt für Mitglieder € 25, für Schüler und Studierende unter 30J. € 10 Karten nur an der Abendkasse Reservierung empfohlen unter: info@kammermusik-pasing.de
Erläuterung zu den Werken:
Ludwig van Beethoven (1770-1827) Sonate Nr. 7 D-Dur Op. 10/3
Die 1798 veröffentlichte und wohl relativ kurz zuvor komponierte Sonate Nr. 7 D-Dur op. 10 Nr. 3 entstand in einer überaus fruchtbaren Schaffensperiode, als Beethoven bereits als erfolgreicher und vom Adel protegierter freischaffender Künstler in Wien tätig war, aber noch gelegentlich bei älteren Komponisten wie Antonio Salieri (Vokaltechnik) oder J.G. Albrechtsberger (Kontrapunkt) Unterricht nahm. Sie ist das längste und gewichtigste Werk der drei repräsentativen Sonaten op. 10.
In diesem Jahr zeigten sich bereits erste Symptome jenes Gehörleidens, das schließlich zur fast völligen Ertaubung des noch jungen Komponisten führen sollte.
Möglicherweise schlug sich die Schwermut über die sich abzeichnende Taubheit in dem ungewöhnlich ernsten und in Teilen sogar opernhaft-dramatischen Mittelsatz (Largo e mesto) nieder, den der Pianist Igor Levit kürzlich als einen der „tiefsinnigsten langsamen Sätze Beethovens überhaupt“ bezeichnet hat.
Ansonsten überwiegt in dem viersätzigen Werk (mit einem Menuett statt des bereits üblichen Scherzos an dritter Stelle) ein überwiegend extrovertiert-virtuoser Gesamteindruck.
Insgesamt erweist sich Beethoven hier trotz einiger Anklänge an Mozart und seinen ehemaligen (relativ ungeliebten) Lehrer Haydn als vollendeter Meister der großen klassischen Sonatenform.
Spieltechnisch stellt op. 10/3 eines der anspruchsvollsten Werke seiner Zeit dar, während kompositorisch die konsequente Verarbeitung teils kleinster motivisch-thematischer Partikel den Stil der Wiener Klassik auf bislang unerreichte Höhe führt und den Weg für den eigenen Spätstil und die musikalische Romantik ebnet.
Nur zwei Jahre später trat Beethoven dann auch als Symphoniker ins Rampenlicht der Musikgeschichte.
Franz Schubert (1797-1828) Sonate c-Moll D 958
Beethovens Kompositionstechnik übte auf den 27 jüngeren Franz Schubert größten Einfluss aus, wobei der Ruhm und die damals bereits unwidersprochene Ausnahmestellung des Älteren innerhalb der Musikgeschichte sich eher hemmend auf den Jüngeren auswirkten.
Interessant ist, dass lediglich ein Treffen der beiden nur wenige Kilometer voneinander entfernt in Wien lebenden Genies kurz vor Beethovens Tod zweifelsfrei dokumentiert ist. Die Angaben über einen fünf Jahre früher geplanten Besuch sind hingegen nicht eindeutig, mit Sicherheit lässt sich jedoch sagen, dass es nie zu einem Lehrer-Schüler-Verhältnis kam.
Es ist somit naheliegend, dass Schubert seine letzten drei zukunftsweisenden Klaviersonaten erst nach dem Tode des Titanen vollenden konnte, als ihm bereits klar sein musste, dass er aufgrund seiner 1823 diagnostizierten Syphiliserkrankung nicht mehr lange zu leben haben sollte.
Umso erstaunlicher ist die schier unglaubliche produktive Leistung, die der Schwerkranke in seinem letzten Schaffensjahr vollbrachte, in dem neben der heute zu hörenden c-moll Sonate u.a. noch die große Messe Es-Dur, das monumentale Streichquintett, die Skizze zu einer Symphonie, zahlreiche Lieder und gewichtige Werke für Solo- und vierhändiges Klavier entstanden.
Während Beethovens Spätstil klar die Tendenz zu thematischer Konzisität und formaler Kompromisslosigkeit zeigt, weitet Schubert in seinen letzten drei nahezu zeitgleich entstandenen Sonaten die tradierten Formen immer weiter aus und verwirklicht dadurch einen musikalischen Zeitbegriff, der Ende der 1820er Jahre völlig neu und unverständlich war und sich somit als direkter Vorläufer für die Ideen Anton Bruckners erweist.
Sehr interessant ist, dass genau wie bei Beethoven 30 Jahre zuvor in op. 10/3, der dritte Satz als Menuett bezeichnet wird, was aber 1828 bereits ein klar nostalgisch geprägter Rückblick auf eine bereits vergangene, vermeintlich glücklichere Epoche darstellt - eine Ästhetik, die wir später genauso wie das vordergründig schlicht-liedhafte Jahrzehnte später bei Gustav Mahler wiederfinden. Von einer intakten „blauen Blume“ der Romantik kann jedoch keine Rede mehr sein, vielmehr verbergen sich hier hinter der Fassade des Behaglichen die Fallgruben einer als zutiefst verstörend empfundenen seelischen Welt.
Alexander Skrjabin (1872-1915) 8 Etüden Op. 42
Einen völlig anderen Hintergrund haben die acht Etüden op. 42 von Alexander Skrjabin, entstanden 1903. Genauso wie seine früheren Etüden noch stark an Chopins Meisterwerken dieser Gattung orientiert, emanzipiert sich der Stil in op. 42 deutlich hörbar von der Epoche der Romantik und befindet sich oftmals in Nähe des Impressionismus.
In dieser Zeit löste sich der synästhetisch begabte Komponist, anders etwa als sein unmittelbarer Zeitgenosse Rachmaninoff, immer mehr von vorhandenen Mustern und entwickelte unter philosophisch-esoterischem Einfluss eine völlig eigene, vorbildlose Ästhetik, die auf die Musikgeschichte des noch jungen 20. Jahrhunderts größten Einfluss ausüben sollte.
In den Etüden op. 42 ist z.B. das bewusste Verschleiern traditioneller melodischer und harmonischer Progressionen besonders charakteristisch, wodurch die zugrundeliegende Tonart apart verunklart wird - Chopin gewissermaßen durch ein getöntes Glas betrachtet.
Es sollte nur noch wenige Jahre dauern, bis sich Skrjabin schließlich völlig von der tradierten Dur-Moll-Tonalität löste. Die komplizierte Polyrhythmik, Agogik und in sich verschachtelte Polyphonie von Op. 42 stellen hierbei eine Art Übergang dar und stellen den Pianisten vor gestalterische und spieltechnische Herausforderungen erster Ordnung.
Skrjabin konnte seine universellen musikalischen Visionen, die sich gegen Ende seines Lebens in einigen hochoriginellen, groß besetzten Orchesterwerken (darunter das „Poème de l´extase“) manifestierten und nichts weniger als eine umfassend-mystische Weltveränderung beabsichtigten, nicht mehr zu Ende führen: Er starb erst 43-jährig an einer durch einen kleinen Pickel an der Lippe ausgelöste Sepsis.
Der Künstler:
Mirko Kegel, geboren 2005 in München, begann das Klavierspiel im Alter von 6 Jahren an der Musikschule Grünwald und lernte ab 2016 an der Musikschule München bei Prof. Massimiliano Mainolfi. Von 2020 bis 2023 Jungstudent, danach Student im künstlerischen Bachelorstudiengang bei Prof. Adrian Oetiker an der Hochschule für Musik und Theater München. Teilnahme an internationalen Meisterkusen und Akademien (z.B. “Talent Music Academy” in Brescia 2018-2021) und Gewinn zahlreicher Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben wie Jugend musiziert (1. Preis/ volle Punktzahl auf Bundesebene), “International Music Competition Berlin - Rising Stars Grand Prix” 2018 (2. Preis), “Citta di Barletta” 2019 (1. Preis), “International Young Euregio Piano Award” (1.Preis) und “Pianist of the north international Piano competition” in Newcastle 2019 (2. Preis).
KulturSoiree am Samstag, 24.10. 2026, 17:00-19:00 Uhr
Stadtbibliothek Pasing Bäckerstraße 9
Am 24. Oktober um 17 Uhr lädt das Kulturforum München-West wieder zur traditionellen KulturSoiree in den Räumen unseres Kooperationspartners, der Stadtbibliothek Pasing, ein. Heuer steht Ungarn im Mittelpunkt, denn nach Imre Kertez (2002) hat mit Laszlo Krasznahorkai letztes Jahr erneut ein ungarischer Autor den Literaturnobelpreis erhalten. Seine oft düsteren Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt, er bekam zahlreiche Preise und internationale Ehrungen. Typisch für Krasznahorkais Prosa sind lange, oft absatzlose Satzströme in einer Sprache von sinnlicher Intensität, wie Kritiker formulieren. Einige Textbeispiele werden von dem Schauspieler Silvester von Hösslin vorgetragen. Davor bekommen Sie von Matthias Bonigut authentische Hintergrundinformationen über „Land und Leute“. Elisabeth Macan erzählt von der Feier zum 250. Geburtstag Goethes am 28. 8. 1999 in Budapest vor dem Goethe Institut, bei der Krasznahorkai eine Torte verteilte.
Sie hat als Ungarndeutsche lange in Ungarn gelebt und den Autor mehrmals getroffen. Ebenso haben Evi und Dr. Dieter Ortmann für das Goethe-Institut in Budapest gearbeitet, sie können gerne zu ihren Eindrücken befragt werden.
Bei einem kleinen landestypischen Imbiss ist Gelegenheit zum Austausch und Diskussion.
Die Veranstaltung in der Bäckerstraße 9 geht von 17 – 19 Uhr und kostet 12 Euro für Mitglieder bzw. 15 Euro für Nichtmitglieder. Gäste sind herzlich willkommen. Anmeldungen sind bis spätestens zum 20. Oktober erforderlich: einladungen@kulturforum-mwest.de.
In der ungarischen Literaturgeschichte gilt die Zeit zwischen 1825 und 1848 - die sog. Reformzeit vor 200 Jahren - als eine Glanzzeit der ungarischen Literatur. Wir machen aber einen Sprung: Zu den wichtigsten Autoren, die nach 1945 zu schreiben begannen, gehören Imre Kertez (1929–2016), György Konrad (1933–2019), Péter Nadas (* 1942), Péter Esterházy (1950–2016) undLászló Krasznahorkai (* 1954). Zwei davon sind Literatur-Nobel-preisträger.
Imre Kertész, Überlebender des KZ Auschwitz-Birkenau, verarbeitete diese Erfahrung in seinem „Roman eines Schicksallosen“, an dem er von 1960 bis 1973 (auf deutsch erschienen 1975) arbeitete. Er erhielt 2002 den Nobelpreis für Literatur für, so die Laudatio, „ein schriftstellerisches Werk, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet“. Wie viele andere Schriftsteller dieser Zeit hat Kertész enge Kontakte zur deutschsprachigen Kultur und ist selbst Übersetzer aus dem Deutschen ins Ungarische.
László Krasznahorkai entstammt einer ungarischen jüdischen Familie. Er ist einer der innovativsten Schriftsteller Europas, seine Werke werden begeistert aufgenommen und wurden mittlerweile in mehr als 30 Sprachen übersetzt. Seine internationale Beachtung begann 1993 in Deutschland, zu dem er enge Beziehungen hatte und die sich sowohl in seiner Biografie als auch in seinem literarischen Werk widerspiegelt. Er spricht fließend Deutsch, besaß zeitweise einen deutschen Pass, lebte im Rahmen seiner Wanderjahre lange Zeit in Berlin (als DAAD-Stipendiat). Krasznahorkai bekam viele wichtige Preise und Auszeichnungen und erhielt 2025 für seine visionären und kraftvollen Romane den Nobelpreis für Literatur. Die Auszeichnung erhielt er laut Jury-Begründung „für sein dringliches und visionäres Werk, das inmitten apokalyptischer Schrecken die Macht der Kunst bekräftigt“.
Typisch für Krasznahorkais Prosa sind lange, oft absatzlose Satzströme – eine Sprache von sinnlicher Intensität und zugleich düsterem Inhalt. Die inneren Monologe und Bewusstseinsströme der Protagonisten sind bei Krasznahorkai Komposition, Rhythmus und Klang.
Seine berühmten Hauptromane bestehen oft aus extrem langen, atemlosen Bandwurmsätzen, was das laute Vorlesen sehr anspruchsvoll macht, um den rhythmischen Sog der Endlos-Sätze auf das Publikum wirken zu lassen . Seine oft seitenlangen Bandwurmsätze fordern dem Vorlesenden extreme Konzentration und Atemtechnik ab. Krasznahorkai baut oft eine hypnotische, fast rhythmische Sogwirkung auf. Er schreibt in langen, dichten Absätzen ohne jegliche Pause. Das erfordert viel Ausdauer - auch beim Lesen und Zuhören.
Sein erster Roman „Satanstango“ (1985) gilt als Abgesang auf das Ungarn der späten kommunistischen Jahre, „Melancholie des Widerstands“ als schonungslose Anatomie der Trostlosigkeit. Er wurde auch verfilmt.
„Herrscht“ (2021) hat 400 Seiten und besteht aus ganzen 17 Sätzen ohne Kapitel oder gar Absätze. Die Geschichte seziert die deutsche Gesellschaft und thematisiert das Erstarken von Neonazi-Gruppen in Thüringen - verknüpft mit der Musik von Johann Sebastian Bach, eine Homage an Bach. In seinem neuesten Buch, das kürzlich auf deutsch erschienen ist, „Szömle ist weg“ thematisierte er sogar die deutsche Reichsbürgerszene.
Wen-Sinn Yang, gefeierter Weltstar und seit 2004 Professor für Cello an der Hochschule für Musik und Theater in München, gilt als einen der vielseitigsten Cellisten der Gegenwart. Neben seinem Wirken als international geschätzter Solist unter Dirigenten wie Sir Colin Davis, Lorin Maazel, Mariss Jansons, Shiao-Chia Lü, Grzegorz Nowak, Daniel Klajner, Yukata Sado oder Michael Hofstetter und mit Orchestern wie dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Shanghai Symphony, dem NHK Tokyo, dem Royal Philharmonic Orchestra London und dem Russischen Staatsorchester Moskau, ist Wen-Sinn Yang auch ein begehrter Kammermusikpartner. Sein breitgefächertes Repertoire ist auf über 30 CDs dokumentiert. In unserer Reihe spielt er mit fünf Student*innen aus seiner Meisterklasse ein funkelndes Programm mit Werken von Edvard Grieg, Gioachino Rossini, Antonín Dvořák, Manuel de Falla und Astor Piazzolla. Wir suchen derzeit noch nach einem größeren Saal, daher beachten Sie bitte eventuelle Änderungen.
Eintritt: € 28; ermäßigt für Mitglieder € 25, für Schüler und Studierende unter 30J. € 10 Karten nur an der Abendkasse Reservierung empfohlen unter: info@kammermusik-pasing.de
Auch das Jahr 2027 beginnen wir mit Schuberts Winterreise, diesmal schon zum 12. Mal. Aber diesmal ist die Besetzung ungewöhnlich. Seit 2016 singt zum ersten Mal wieder eine Frau diesen Liederzyklus in unserer Reihe: die Mezzosopranistin Isabel Grübl. Die in Nürnberg geborene Sängerin ist für ihr besonderes und dunkles Timbre bekannt und konzertierte bereits mit namhaften Orchestern, wie der Kammerphilharmonie Ingolstadt, dem Jewish Chamber Orchestra Hamburg, dem Detmolder Kammerorchester und den Bamberger Symphonikern. Auch im Konzertbereich ist sie deutschlandweit und darüber hinaus unterwegs, dabei reicht ihr Repertoire vom Barock bis hin zu zeitgenössischen Werken. Begleitet wird sie am Klavier von dem bekannten und kongenialen Liedbegleiter Gerold Huber.
Eintritt: € 28; ermäßigt für Mitglieder € 25, für Schüler und Studierende unter 30J. € 10 Karten nur an der Abendkasse Reservierung empfohlen unter: info@kammermusik-pasing.de
2019 spielten Jakob Spahn und Jonathan Aner sämtliche Sonaten für Klavier und Violoncello von Ludwig van Beethoven in unserer Reihe. Natürlich steht im Beethoven-Jahr 2027 (200. Todestag) auch wieder ein Werk dieses Meisters auf der Liste, aber diesmal sind fünf weitere Komponisten in einem abwechslungsreichen Programm vertreten. Jakob Spahn war Stipendiat der „Karajan-Akademie“ bei den Berliner Philharmonikern, hat verschiedene Wettbewerbe gewonnen und kam 2011 als Solocellist zur Bayerischen Staatsoper. Konzertreisen führten ihn durch Europa, Asien, Nord-und Südamerika. Als Professor lehrt er an der Musikhochschule Nürnberg und gibt regelmäßig Meisterkurse bei renommierten Festivals.
Der Pianist Jonathan Aner trat im In- und Ausland mit führenden Orchestern auf, war Gast bei verschiedenen Festivals und konzertierte als Solist oder mit Kammermusik-Ensembles in Europa, Asien und Australien. 2024 erhielt er den Opus Klassik Preis. Seit 2010 ist er Professor für Klavierkammermusik und Leiter des Zentrums für Kammermusik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin.
Programm: Ludwig van Beethoven, Zwölf Variationen über das Thema „Ein Mädchen oder Weibchen“ aus Mozarts 'Zauberflöte', Op.66 für Cello und Klavier Felix Mendelssohn-Bartholdy, Sonate Nr.1 B-Dur, op.45 für Cello und Klavier Paul Ben-Haim, Drei Lieder ohne Worte op.30 für Violoncello und Klavier Nadia Boulanger, Trois pièces für Violoncello und Klavier Bohuslav Martinu, Cellosonate No.3 H.340 für Violoncello und Klavier
Eintritt: € 28; ermäßigt für Mitglieder € 25, für Schüler und Studierende unter 30J. € 10 Karten nur an der Abendkasse Reservierung empfohlen unter: info@kammermusik-pasing.de
Sollten Sie unter Krankheitssymptomen leiden, bleiben Sie bitte der Veranstaltung fern. Für die meisten Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich unter einladungen@kulturforum-mwest.de oder bei unserer Kammermusikreihe unter info@kammermusik-pasing.de . Die Teilnahme ist dann nur nach erfolgter Bestätigung möglich.